Projekt: Nortorfer Gefallene


An die Nortorfer - Bitte um Mithilfe

Im ganzen Amt Nortorfer Land erinnern Gedenksteine an die Männer, die im 2. Weltkrieg als Soldaten ihr Leben verloren haben. Nur die Stadt Nortorf verfügt bisher über nichts Vergleichbares. Die Ev.-Luth. Kirchengemeinde Nortorf hat deshalb beschlossen, an der Südseite der St.-Martin-Kirche Bronzetafeln mit den Namen und Lebensdaten aller Nortorfer Gefallenen des 2. Weltkriegs anzubringen.

Diese Tafeln wird der renommierte Bildhauer Jörg Plickat gestalten. Die Recherchen für die korrekte Zusammenstellung der Namensliste hat das Bürgerforum Nortorf übernommen.

Für diese Recherchen bittet das Bürgerforum die Nortorfer Bürger um Mithilfe.

Zwar hat der 2001 verstorbene Nortorfer Günter Richter schon vor mehr als 25 Jahren mit großem Fleiß versucht, die Namen all der Menschen im Gebiet des heutigen Amts Nortorfer Land zusammenzutragen, die durch Krieg, Flucht und NS-Gewaltherrschaft ihr Leben verloren haben. Das Ergebnis seiner Arbeit ist ein Gedenkbuch, das seit Dezember 1993 in der St.-Martin-Kirche ausliegt und 741 Namen enthält, darunter auch die meisten Namen der Nortorfer Gefallenen.

Damals konnte Günter Richter im Amtsarchiv noch nicht die Sterbeurkunden einsehen, anders als das Bürgerforum heute. Durch unsere Sichtung sämtlicher Sterbeurkunden der Zeit ab dem Jahr 1939 konnten nicht nur die Angaben Günter Richters ergänzt und teilweise auch korrigiert werden - wir fanden auch die Namen und Daten von 47 bisher nicht genannten Nortorfer Gefallenen. In einer Mappe, die der inzwischen verstorbene Hans Jürgen Schönwandt dem Amtsarchiv überlassen hat, haben wir zudem die Namen und Daten von 20 weiteren Opfern, darunter von 7 Nortorfer Gefallenen, gefunden. So hat sich die Zahl der Opfer aus dem Amt Nortorfer Land noch einmal um 67 auf 808 erhöht.

Das Bürgerforum Nortorf hat nun aus diesen 808 Namen die 221 herausgesucht, die für die Gefallenenliste auf den Bronzetafeln in Frage kommen könnten. In der Kleinstadt Nortorf mit damals etwa 3500 Eimwohnern ist damit in der Altersgruppe zwischen 17 und 30 Jahren wohl jeder zweite Nortorfer gefallen!

Wo Sterbeurkunden vorliegen, sind die Angaben zu den Namen korrekt und vollständig. Oft fehlen aber die Sterbeurkunden, sodass in 41 Fällen auch wichtige Informationen fehlen. Diese Fälle sind in der Liste der ungeklärten Fälle aufgeführt.

Wir bitten die Nortorfer, sich mit dieser Liste zu befassen. (Klicken Sie dazu auf den oben genannten Link "Liste der ungeklärten Fälle". Es öffnet sich die dazugehörige PDF-Datei in einem neuen Fenster.) Wichtige Informationen fehlen dort, wo die Felder gelb hervorgehoben sind, und zwar vor allem Angaben zum Geburtstag (oder wenigstens zum Geburtsjahr) und zum Sterbetag (oder wenigstens zum Sterbejahr).

Bisweilen sind wir sogar nicht sicher, ob es sich überhaupt um jemanden handelt, der nur deshalb gestorben ist, weil er als Soldat in Kriegshandlungen verwickelt war. Dies ist besonders dort der Fall, wo ein militärischer Rang oder der Sterbeort nicht zu ermitteln war. Darum sind auch Angaben zum Sterbeort und zum militärischen Rang wichtig. Es könnte jedoch auch genügen, wenn bezeugt werden kann, dass es sich im jeweiligen Fall um einen Soldaten handelt.

Wir halten es auch für möglich, dass uns weitere Nortorfer Gefallene genannt werden, die bisher auf keiner Liste verzeichnet sind. Selbstverständlich würden diese in die endgültige Liste übernommen werden.

Teilen Sie uns bitte Ihre Korrekturen und Ergänzungen möglichst per E-Mail mit, und zwar an folgende Adresse:
mj@buergerforum-nortorf.de.

Wer nicht über eine solche Möglichkeit verfügt, kann sich auch schriftlich ans
Bürgerforum Nortorf, Meinhard Jaster, Gartenstraße 8, 24793 Brammer
oder telefonisch über 04392-3540 an Meinhard Jaster wenden.

Wir hoffen, dass wir auf diese Weise mit Ihrer Hilfe dem Bildhauer Jörg Plickat schließlich eine vollständige und korrekte Namensliste übermitteln können.

Wer übrigens schon jetzt alle 221 Namen kennenlernen möchte, die bisher für die Schrifttafeln an der Kirche in Frage kommen, kann die Gesamtliste anklicken. Ist auch zu den Namen in dieser Gesamtliste etwas korrigierend oder ergänzend anzumerken, sollte man sich ebenfalls an uns wenden.

Am Volkstrauertag des Jahres 2016 hat die Ev.-Luth. Kirchengemeinde Nortorf an der Nordseite der St.-Martin-Kirche ein Mahnmal eingeweiht, das an die Menschen aus dem Kirchspiel Nortorf erinnert, die während des 2. Weltkriegs von den Nationalsozialisten ermordet wurden.
Für den Volkstrauertag 2019 plant die Ev.-Luth. Kirchengemeinde Nortorf, ebenfalls an der Nordseite der Kirche in Sichtachse des o. g. Mahnmals, eine Stele mit vier Bronzetafeln mit den Namen der Gefallenen als Gedenkstätte für die Nortorfer einweihen, die auch als Soldaten letztlich ebenfalls Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft gewesen sind.


 
Ansicht Zentrum Nortorf mit der St. Martin Kiche
Nortorfer Gefallene des 2. WK, ungeklärte Fälle